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  Forschung
Historische Forschungen im Museum sind immer auf gegenständliche Objekte bezogen. Sie gehen entweder von in den Sammlungen vorhandenen Gegen-
ständen aus oder es werden historische Themen erforscht, um die Sammlungen zielgerichtet zu vervollständigen.
Wichtigster museumsinterner "Speicher" von Forschungsergebnissen sind die Inventare und Kataloge, mittels derer die Sammlungen verwaltet werden. Die Hauptformen, in denen Museen Ergebnisse ihrer Arbeit in die Öffentlichkeit tragen, sind Ausstellungen und Publikationen. Einen Überblick über Veröffent-
lichungen des Schloßbergmuseums seit der Wiedereröffnung 1994/95 finden sie unter Archiv und Shop. Bei vielen der dort benannten Themen erwarb sich das Museum dauerhaft Kompetenz; Fragen dazu nehmen wir gern entgegen.

Gegenwärtig konzentrieren sich die Forschungen auf das 17., 18. und frühe 19. Jahrhundert. Außerdem wird verstärkt zur 400-jährigen Geschichte des Benediktinerklosters geforscht, in dem sich das Museum befindet. Nachfolgend finden sie einige Beispiele, welche die Bandbreite des Themas Forschung im Museum aufzeigen.

Wer war Meister H.W.?
Aus der Zeit des Spätmittelalters finden sich viele Spuren in Sachsens Kirchen, Schlössern und Museen. Eine umfassende, archivgestützte Aufarbeitung des Themas steht bisher allerdings aus. So existieren im Raum Leipzig - Chemnitz - Erzgebirge zahlreiche in Holz und Stein gehauene Bildwerke, die einem "Meister H.W." zugeschrieben werden. Die Identifikation des Kürzels als "Hans Witten" beruht auf einer einzigen Quelle, die in den 1930er Jahren erstmals publiziert wurde. Gab es Hans Witten tatsächlich und wer war er? Schuf Meister H.W. alle ihm zugeschriebenen Werke und arbeitete er allein? Wie war der originale Zusammenhang und wo der tatsächliche Standort herausragen-
der Arbeiten, wie der "Schmerzensmutter", die in den Sammlungen des Schloßbergmuseums erhalten blieb? Welche Einflüsse wirkten auf die "sächsische" Kunst um 1500, welche künstleri-
schen Beziehungen gab es nach Franken,
zum Rhein oder in die Herrschaftsgebiete
der Jagiellonen? Licht ins Dunkel soll ein groß angelegtes Forschungsprojekt erbringen, welches im Rahmen der 2009 eröffneten Dauerausstellung Gotische Skulptur in Sachsen initiiert wurde.
Marienskulptur aus Waldkirchen/Erzgebirge, Foto SKD
Marienskulptur aus Wald-kirchen/Erzgebirge, Foto SKD
Luftbild der Wanderer-Werke (Ausschnitt) in Chemnitz-Schönau, 1945
Luftbild der Wanderer-Werke (Ausschnitt) in Chemnitz-Schönau, 1945
Luftbilder aus dem II. Weltkrieg
noch immer aktuell
Aus Anlass des 50. Jahrestages der Bomben-
angriffe auf Chemnitz zeigte das Schloßberg-
museum 1995 eine große Ausstellung und begann ein umfassendes Forschungsprojekt
zum Thema "Luftkrieg". Unter anderem wurden in englischen und amerikanischen Archiven Fotos gesichtet, die Luft-Aufklärer vor, während und nach den Angriffen angefertigt hatten. Kopien vieler dieser Aufnahmen wurden für die Sammlungen erworben. Sie sind nicht nur im Hinblick auf die Geschichte interessant, sondern liefern auch wichtige Daten für Heute, etwa beim Auffinden von Blindgängern auf Baugrund-
stücken. (Publikationen zum Thema unter Shop)
Geschichte des Sports beginnt nicht erst in der DDR
Im Rahmen der Ausstellung "Sport-Stadt Chemnitz" (1998) fanden um-
fassende Forschungen zu diesem be-
wegenden Thema statt. Sie erbrachten nicht nur neue Erkenntnisse über die bis tief ins 19. Jahrhundert zurückreichende Sportbegeisterung der Chemnitzer, sondern auch hunderte von Gegen-
ständen, Dokumenten und Fotos für die Museums-Sammlungen. Auf der Grund-
lage der aufgefundenen Dokumente konnte zum Beispiel der erste Chemnitzer Sportplatz, der 1842 eingerichtet wurde, als maßstabs-
getreues Modell rekonstruiert werden. (Sportstadt-Doku)
Rekonstruktion (Ausschnitt) des ersten Chemnitzer Sportplatzes (1842)
Rekonstruktion (Ausschnitt) des ersten Chemnitzer Sportplatzes (1842)
J. E. Millais "The Blind Girl"
© Birmingham Museums & Art Gallery

Baugleiche Concertina des Chemnitzer Instrumenten-
bauers Pirner ansehen »
Berühmtes englisches Gemälde mit Musikinstrument aus Chemnitz
Einer der bedeutendsten Maler Großbritanniens im 19. Jahrhundert war John Everett Millais (1829-1896). Er gehörte zu den Begründern der Künstlergruppe "Prä- Raffaeliten" und wurde kurz vor seinem Tod zum Präsidenten der Royal Academy ernannt. Eines seiner bekanntesten Gemälde ist "Das blinde Mädchen - The Blind Girl" aus den Jahren 1854-56. Auf dem Schoß des berührend in Szene gesetzten Mädchens liegt ein Musikinstrument, das mit hoher Wahrscheinlichkeit in Chemnitz hergestellt wurde. Dies war ein überraschendes Ergebnis von Forschungen zur Geschichte von Concertina und Bandoneon, im Rahmen des Ausstellungs-
projektes "Sehnsucht aus dem Blasebalg".
Das Museum kooperierte dabei u.a. mit dem Instrumentenhändler und -sammler Steven Chambers aus Dublin, der nicht nur auf den Zusammenhang mit dem Gemälde aufmerksam machte, sondern in seiner Sammlung über ein baugleiches, signiertes Instrument verfügt. Das heute im Besitz der Birmingham Museums & Art Gallery befindliche Millais-Werk war 2004 in der Ausstellung "Natur als Vision - Meisterwerke der englischen Präraffaeliten" in Deutschland (Altes Museum, Berlin) zu sehen. (mehr Infos »).
Klassizismus und Barock in Chemnitz?
Chemnitz gilt nicht unbedingt als Stadt des Barock und des Klassizismus. Das liegt auch daran, dass hier kaum Bauten existieren, die an jene Zeiten erinnern. Und doch gingen diese Epochen nicht spurlos an der Stadt vorbei.
Die nähere Erforschung des 17., 18. und frühen 19. Jahrhunderts, insbesondere der zahlreichen dazu vorhandenen musealen Bestände, gehört zu den Schwerpunkten der gegenwärtigen Arbeit. Erste Ergebnisse zeigt seit Februar 2006 die Präsentation "Barockes Halleluja". Anhand von vorhandenen Fragmenten und neu ent-
deckten historischen Unterlagen gelang es im Jahr 2005 außerdem, den frühklassizistischen "Oeser-Altar" bildlich zu rekonstruieren, der sich einst in der Stadtkirche "St. Jacobi" befand.
An der Gestaltung des Altares, der 1792, im Rahmen der klassizistischen Erneuerung der Stadtkirche aufgestellt wurde, war der bekannte sächsische Maler Adam Friedrich Oeser (1717-1799) beteiligt.
Altar ansehen
Bild-Rekonstruktion des "Oeser-Altars" (Altarwand)
aus der Stadtkirche St. Jacobi, 1792
© Schloßbergmuseum, Stadt-
archiv Chemnitz und Kirch-
gemeinde St. Jacobi, 2005
» Altar ansehen
Auf dieser Wiese im heutigen Stadtpark stand die Kupfersaigerhütte von Ulrich Schütz.
Auf dieser Wiese im heutigen Stadtpark stand die Kupfersaigerhütte von Ulrich Schütz.
Chemnitzer Stadtpark war vor 500 Jahren Hochtechnologiestandort
In der Nähe der Treffurth-Brücke, wo sich heute eine idyllische Stadtpark-
Wiese befindet, stand vor 500 Jahren einer der modernsten Hüttenbetriebe seiner Zeit. Der reiche Ratsherr und Bergbauunternehmer Ulrich Schütz hatte 1488 am Chemnitzfluss eine Kupfersaigerhütte errichten lassen;
der Chemnitzer Stadtarzt und Renaissance-Humanist Georgius Agricola (1494-1555) beschrieb die Öfen, Kräne, Werkzeuge und angewandten Verfahren detailliert in seinem berühmten Werk "De re metallica" (1556).
Ein internationales Schülerprojekt der EU (www.agricolaeurope.com), an dem sich das Schloßbergmuseum beteiligte, rekonstruierte einige der Maschinen funktionsfähig. Im Juni 2007 wurden diese Maschinen am Originalstandort öffentlich vorgeführt. (Weiterführende Literatur zu Agricola und seiner Zeit finden sie in unserem Shop »)
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